mir ist aufgefallen, dass ich nicht so kreativ bin, bzw. coole dinge erstelle wenn es mir gut geht. ich habe dann nicht den drang etwas zu "createn", weil es sowas ja schon genug gibt oder so. ich habe letztens das buch "poor artists" von "the white pube" gelesen. da ging es unter anderem auch um die mittlerweile lange debunkte theorie der beduerfnispyramide. irgendwer meinte mal, dass der mensch sich nur selbst verwirklichen kann, wenn alle grundbeduerfnisse gedeckt sind. ich glaube schon, dass die grundbeduerfnisse jedes menschen gedeckt werden sollten (obv.) aber das statement stimmt wahrscheinlich nicht. im bereits genannten buch wurden beispiele von sehr ungluecklichen und elendigen menschen genannt, die aber sehr eindrucksvolle kunst erstellt haben. vielleicht braucht es das, um ein:e kuenstler:in zu sein? zu leiden?

ich wuerde jetzt gerne schreiben, dass ich dann alle vorraussetzungen erfuelle um eine kuenstlerin zu werden, aber das klingt irgendwie zu abgehoben. und ich glaube das auch nicht wirklich. meistens fehlen mir sowieso die worte um zu beschreiben was ich fuehle. ich bin sehr neidisch auf personen, insbesondere bei meiner grossen liebe zur musik auf musiker:innen, die es schaffen ihre gefuehle so gut auf den punkt zu bringen. vielleicht kann man das lernen? vielleicht habe ich auch noch zu grosse hemmungen. mein freund sagt immer "be cringe, be free", ich weiss aber gar nicht, ob er auch wirklich danach lebt. in wirklichkeit hat er auch viel scham, glaube ich. wir diskutieren im moment viel ueber alles. besonders zucker und sex.

ich wuerde so gerne mein ganzes leben romantisieren. auf so eine artsy, melancholische weise. auf: oh man, mein leben ist so schlimm und ich habe eigentlich niemanden. und jede person in meinem leben ist so deep und carried so viel und wir sind alle so misunderstood. und meine beziehung ist so super tiefgruendig und wir tragen viel. und mein job ist auch so deep, weil ich arbeiten muss um geld zu verdienen neben dem studium. und das alles ist so nonchalant, weil ich so mysterioes und tiefgruendig bin. und die treffen mit meinen freunden sind immer wie in einem buch beschrieben, voll mit ernsten themen und life changing experiences. und eigentlich brauche ich niemanden, aber eigentlich doch, ich will nur niemanden an mich ran lassen. und ich darf fehler machen, weil das ist der plot. ich bin morally grey und bin eigentlich eine schlechte person, rauche jeden tag und trinke um den frust zu vergessen. und ich mag meine eltern nicht und ich nehme drogen und irgendeine artsy und traumatisierte person liebt mich und wir haben eine affaere. und alle fuehlen mit mir und ich darf das einfach machen, weil das der plot ist.

das ist natuerlich nicht die realitaet. nichts davon stimmt wirklich. aber irgendwie will ich das alles, denke ich immer. ich will eigentlich immer das alles anders ist. keine ahnung ob das bedeutet, dass ich depressiv bin oder mein leben einfach scheisse ist.